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Reishi – von der Hyphe zum Pulver

02. Juni 2026

Reishi – von der Hyphe zum Pulver

Es ist eine alte Weisheit: wenn die Zutaten minderwertig sind ist auch das daraus gefertigte Produkt minderwertig. Das gilt natürlich auch in der Pilzzucht. Wenn man also von Vitalpilzen profitieren möchte, sollte man sollte man darauf achten wie sie gezüchtet wurden. Dabei ist der ganze Prozess der Pilzzucht von Bedeutung.

Der richtige Pilzstamm

Der Reishi wird wegen seiner vitalisierenden Inhaltsstoffe hochgeschätzt. Untersuchungen haben ergeben, daß sich das Profil der Inhaltsstoffe von Pilzstamm zu Pilzstamm unterscheidet. Alle werden als Reishi oder Ganoderma Lucidum bezeichnet, jedoch gibt es zwischen diesen Variationen zum Teil gravierende Unterschiede in der Wirkstoffzusammensetzung bzw. Wirkstoffkonzentration. Als wertvollster Vertreter der Gattung Ganoderma Lucidum gilt der chinesiche rote Reishi, in China als Ling Zhi bezeichnet.

Substrat

Auch ein Pilz benötigt für seine Entwicklung Nährstoffe. Diese entnimmt er dem Wirt, auf dem er sich ansiedelt. Beim Reishi sind das bestimmte Baumarten wie Eiche oder Buche. Bei der Zucht auf Holzstämmen ist man beschränkt auf die Auswahl einer Holzart. Die Zucht auf Sägemehlsubstrat hat den Vorteil, daß dem Substrat Zusatzstoffe wie Weizenkleie und/oder Ölsaaten beigegeben werden können, die die Voraussetzungen für die Bildung bestimmter Inhaltsstoffe begünstigen oder überhaupt erst ermöglichen. Außerdem lassen sich verschiedene Holzarten mischen um so ein breiteres Spektrum von Inhaltsstoffen zu erhalten. In der TCM wird der Reishi je nach der Holzart, auf der er gewachsen ist, für unterschiedliche Therapien verwendet. Ein breites Wirkungsspektrum wird durch Hartholzarten wie Buche oder Eiche, gemischt mit Obstbaumholz wie etwa Kirsche oder Pflaume, erreicht.

Immer mehr geschieht die Reishizucht auch im Bioreaktor. Dabei wird das Pilzmyzel in einem großen Bioreaktor vermehrt. Der Reaktor ist mit einer genau definierten Nährlösung gefüllt und wird dann mit einem speziell für eine bestimmte Wirkstoffkonzentration gezüchteten Pilzstamm beimpft. Geerntet wird dann das Myzel, das in der Nährlösung heranwächst. Es wird ausgefiltert, getrocknet und vermahlen. Es ist klar, daß Pulver aus diesem Prozess niemals das breite Spektrum von Inhaltsstoffen haben kann wie von Myzel, das auf natürlichen Stoffen (Holz) gewachsen ist. Zumal dieses Myzel auch nicht die verschiedenen Stadien des Lebenszyklus durchlaufen hat wie Fruchtkörperbildung und Sporenentwicklung. All diese Entwicklungsstadien aktivieren unterschiedliche Enzyme und entwickeln ein reiches Spektrum an Inhaltsstoffen.

Wachstumsbedingungen

Ist das Substrat einmal durchwachsen beginnt der Pilz nach einiger Zeit den Fruchtkörper zu bilden. Moderne Zuchträume sind in der Regel große, klimatisierte Hallen ohne natürliches Licht. Die traditionelle Reishizucht geschieht aber in Gewächshäusern in denen das Substrat in der Erde vergraben wird. Hier wächst der Reishi zwar langsamer, dafür aber in einer natürlichen Umgebung mit direktem Kontakt zum Bodenbiom und natürlichem Sonnenlicht. So kann der Reishi ein breitgefächertes und hochwertiges Wirkstoffspektrum anlegen.

Sonnenlicht mit seinem natürlichen UV-Anteil ist essentiell für wichtige Inhaltsstoffe wie z.B. Vitamin D. Ohne Sonnenlicht ist der Gehalt an Vitamin D in Pilzen vernachlässigbar. Wachstum, oder sogar nur die Trocknung unter Sonnenlicht erhöht (nicht nur) den Vitamin D Gehalt von Pilzen um ein Vielfaches.

Ernte und Verarbeitung

Ist der Reishi ausgewachsen, kann er schließlich geerntet werden. Hierbei ist wichtig dass er bis zur Sporenbildung ausreifen kann, denn die Sporen des Reishis sind eine wertvolle Quelle für Triterpene und sollten im Endprodukt mit verarbeitet werden. Zur optimalen Aufnahme durch unseren Körper ist es wichtig, dass der Fruchtkörper möglichst fein vermahlen wird. Dazu gibt es Mahlverfahren, die die harte Zellstruktur aus Chitin aufbrechen können.

Das Angebot an Pilzpulver aller Preisklassen ist heute über das Internet unüberschaubar. Leider ist aber die Beurteilung der Qualität bei der überwiegenden Menge der Angebote nicht möglich, da die entsprechenden Angaben und die Transparenz fehlen. Achten Sie bei der Auswahl auf Hersteller/Händler die wissen, wie ihr Produkt hergestellt wurde. Vielfach wird der Verbraucher auch bewusst getäuscht mit Angaben wie "Made in Germany". Bei näherem Hinsehen handelt es sich dabei aber doch um Importware. Was genau hier "Made in Germany" ist, wird nicht angegeben. Die größte Sicherheit, ein qualitativ gutes Produkt zu erwerben bietet immer noch der Kauf direkt vom Erzeuger.